Sprechblase: Nicht auf der Strasse - Hier dreh ich auf
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Klarer |Kopf?|

Der Führerschein ist nicht nur die Lizenz zum Fahren, sondern auch ein großes Stück Freiheit. Doch bevor du aufs Gaspedal drückst und deine Freiheit genießt, solltest du einige Ratschläge beherzigen.  



Finger weg vom Alkohol

Alkohol am Steuer ist nicht cool, sondern gefährlich. Nicht nur für dich, sondern für alle, die mit dir auf den Straßen unterwegs sind. Unfälle unter Alkoholeinfluss haben deutlich schwerwiegendere Folgen als andere Unfallursachen: 3,4 Prozent aller Pkw-Fahrer, die 2013 einen Unfall verursachten, standen unter Alkoholeinfluss. Allerdings starben bei sogenannten Alkoholunfällen 314 Menschen, das sind 9,4 Prozent aller Todesopfer im deutschen Straßenverkehr. Hier wird deutlich: Dein Risiko zu sterben oder schwer verletzt zu werden, liegt weitaus höher, wenn Alkohol im Spiel ist. Stell dir also immer die Frage: Möchte ich die Verantwortung für den Tod oder die lebenslange Behinderung eines anderen tragen?

 


Probezeit? Unter 21? Absolutes Alkoholverbot!

Für Fahranfänger in der Probezeit und alle Fahrer unter 21 Jahren gilt per Gesetz: Absolutes Alkoholverbot! Bei einem Verstoß drohen dir Bußgeld, Punkte in Flensburg, die Verlängerung der Probezeit oder der Verlust der Fahrerlaubnis. Neben den rechtlichen Folgen sollte dir vor allem bewusst sein: Ein Schluck Alkohol genügt, um deine Fähigkeit, Auto zu fahren, zu beeinträchtigen. Die Sicht wird eingeschränkt, deine Wahrnehmung getrübt, du kannst Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht mehr richtig einschätzen. 

 


Alkohol ist (un)berechenbar

Alkohol beeinträchtigt die Fahrfähigkeit vom ersten Schluck an: Die Augen werden lichtempfindlicher, das Sehfeld wird eingeschränkt, Entfernungen können nicht mehr richtig eingeschätzt werden, das Gefühl für Geschwindigkeit ist beeinträchtigt und der „Tunnelblick“ sorgt für eine stark eingeschränkte Wahrnehmung.

Alkohol wird im Körper nur langsam abgebaut, nämlich 0,1 bis 0,15 Promille pro Stunde. Um den Prozess zu beschleunigen, nehmen manche Menschen „Promille-Killer“. Besonders beliebt sind Energy Drinks oder Kaffee, die den Alkoholgehalt im Blut verdünnen sollen. Andere schwören auf eine kalte Dusche oder frische Luft – doch leider hilft keines dieser Hausrezepte. Den Alkoholgehalt im Blut können sie nicht abbauen, sie können höchstens dazu beitragen, dass man sich etwas besser fühlt.

 


Alkohol hat Folgen

„Nüchtern würde ich nie betrunken Auto fahren“. In diesem Satz eines Promille-Sünders steckt viel Wahrheit: Zahlreiche Menschen, die sich nüchtern vernünftig verhalten, verlieren durch Alkohol ihre Kritikfähigkeit. Die Folgen: falsche Wahrnehmung und Selbstüberschätzung. Und auch vor dem Gesetz drohen Konsequenzen: 

     
  • Wenn ein Pkw-Fahrer mit 0,3 Promille im Blut an einem Unfall beteiligt ist, kann der Alkohol als eine Ursache für die relative Fahruntüchtigkeit angesehen werden. Bei einem Prozess kann der Fahrer wegen Trunkenheit im Verkehr oder wegen Gefährdung verurteilt werden.
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  • Bei 0,5 Promille am Steuer wird eine Strafe wegen Ordnungswidrigkeit verhängt – auch, wenn es zu keiner alkoholbedingten Ausfallerscheinung gekommen ist.
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  • Der Gesetzgeber hat definiert, dass jeder Mensch mit 1,1 Promille absolut fahruntauglich ist. Das heißt, er gilt – egal, wie er sich selbst fühlt oder benimmt – als unfähig, am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen. Und auch ohne Unfallbeteiligung macht er sich wegen Trunkenheit im Verkehr oder wegen Gefährdung des Straßenverkehrs strafbar.
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Wer trinkt, muss auch am nächsten Morgen mit Folgen rechnen: Wenn du nachts um 24:00 Uhr 1,1 Promille im Blut hättest, dann hättest du am nächsten Morgen um 7:00 Uhr immer noch einen Restalkohol von ca. 0,4 Promille im Blut!

 


Drogen? No Way!

Kokain, Heroin, Ecstasy, LSD: Der Besitz und Konsum von illegalen Drogen stehen nicht ohne Grund unter Strafe; sie verändern zumindest kurzfristig deine Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit. Harte Drogen wirken sich auf deine Persönlichkeit aus und können sie stark verändern. 

Für den Straßenverkehr gilt: Die Einnahme von Drogen schließt das Fahren eines Autos definitiv aus. Drogen schränken dein Reaktionsvermögen und die Konzentration ein, können Erschöpfung und auch Halluzination hervorrufen und erhöhen zudem deine Risikobereitschaft. 30,7 Prozent der Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2013, bei denen der Fahrzeugführer unter Einfluss berauschender Mittel stand, gehen übrigens auf das Konto der 18- bis unter 25-Jährigen. 

Anders als bei Alkohol gibt es bei illegalen Drogen keine gesetzlichen Grenzwerte, die Fahruntauglichkeit definieren. Für illegale Drogen gilt die „Null-Promille-Grenze“. Werden Drogen (Ecstasy, Speed, Haschisch etc.) im Blut festgestellt, verlierst Du – zumindest vorläufig – Deinen Führerschein. Schon in geringen Mengen kann auch der reine Besitz von Drogen den Entzug der Fahrerlaubnis bedeuten. Du musst dann selbst nachweisen, dass Du clean bist – und das oft mehrere Male über ein ganzes Jahr hinweg. Die Kosten dafür – ab ca. 100 Euro je Nachweis – musst Du selbst tragen.

 


Müde? Aussteigen!

Müdigkeit am Steuer beeinträchtigt die Fahrkompetenz ähnlich wie Alkohol: Sehvermögen und Reaktionsgeschwindigkeit nehmen deutlich ab. Insbesondere zwischen 22 und 3 Uhr sinkt deine Leistungsfähigkeit.

Müdigkeit hat etwas mit deinem Bio-Rhythmus, der „inneren Uhr“, zu tun. Auch wenn wir diese Uhr ignorieren und durch unseren Willen überlisten, tickt sie unbeirrbar weiter. Um Mitternacht signalisiert sie „Einschlafzeit“, wodurch die Adrenalinproduktion nachlässt und Herzschlag und Atmung ruhiger werden. Wer weiter Party feiert, merkt dies nicht – erst später, auf dem Nachhauseweg, spüren wir die Zeichen von Müdigkeit. Ab 3:00 Uhr morgens ist der Tiefpunkt erreicht; auch die „Nachteulen“ können dann nur noch einen Bruchteil ihrer Leistungsfähigkeit aufbringen.

Wenn du dann Auto fährst, achte unbedingt auf Anzeichen von Müdigkeit. Hast du schwere Augenlider, trockene Mundschleimhaut, fröstelt es dich oder musst du dir öfters die Augen reiben, sei clever und mach eine Pause. Oder fahr erst gar nicht los.


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