Sprechblase: Nicht auf der Strasse - Hier dreh ich auf
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Gefahrenzone |Landstrasse|

Das Risiko, auf der Landstraße einen Unfall zu bauen, ist groß: schmale, kurvige Straßen, oft gesäumt von Bäumen, keine Überholspuren, keine Ausweichmöglichkeiten, entgegenkommender Verkehr und plötzlich auftauchende Hindernisse. Ob dich ein langsamer Traktor zum Bremsen zwingt, ein Tier plötzlich vor deinem Auto über die Straße läuft oder ein einbiegendes Fahrzeug erst Geschwindigkeit aufnehmen muss: Aufmerksamkeit ist immer geboten, auch auf der wohl bekannten Hausstrecke. 

 


Gefährliche Baumunfälle

Im Jahr 2013 starben 507 Menschen bei einem Baumunfall, also einem Crash auf einen Baum. Bundesländer mit vielen Allee-Kilometern haben eine deutlich höhere Unfallrate: 21 Prozent der Baumunfälle auf Landstraßen ereigneten sich 2013 in Niedersachsen, 18 Prozent in Bayern.

Bei einem Baumzusammenstoß mit 90 Stundenkilometern haben die Fahrzeuginsassen so gut wie keine Überlebenschance. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat in Tests gezeigt, dass bei dieser Aufprallgeschwindigkeit auf den Baum das Auto regelrecht zerteilt oder zerfetzt wird. 

Für jeden, der auf Alleen fährt, sind Überholmanöver tabu! Beachte unbedingt Überholverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen; sie können Lebensretter sein. Wenn du ans Limit gehen willst: Es sollte nie über Tempo 80 liegen – aber häufig deutlich darunter, der Situation angepasst. 

 


Wilde Straßen

Im Jahr 2013 verunglückten nach Angaben des Statistischen Bundesamts 2.639 Personen im Straßenverkehr durch Wild auf der Fahrbahn. Sieben davon starben. Am häufigsten fanden die Unfälle auf Landstraßen statt. Da die Tiere meist in der Dämmerung und nachts zu ihren Futterplätzen und Unterständen unterwegs sind, sollten Autofahrer zwischen 20 und 23 Uhr und morgens zwischen 5 und 7 Uhr besonders aufmerksam sein. Am mobilsten sind die Tiere im Mai und zwischen August und Oktober, wenn sie neue Äsungsplätze suchen oder Brunftzeit ist. In diesen Monaten ist den Schildern, die vor Wildwechsel warnen, ganz besondere Beachtung zu schenken! 

Tiere kennen keine Verkehrsregeln und queren mit Vorliebe an bewaldeten und schlecht einsehbaren Stellen. Wer in der Dunkelheit unterwegs ist, sollte an gefährdeten Stellen mit seinem Blick nicht nur dem Lichtkegel des Scheinwerfers folgen, sondern zudem den Straßenrand im Auge behalten und das Tempo drosseln. Mit einer angepassten Fahrweise schützen Autofahrer nicht nur sich, sondern bewahren auch Wildtiere vor Schaden.

Steht Wild an oder auf der Straße, sollten Autofahrer das Fernlicht ausschalten, kontrolliert bremsen und hupen. Im hellen Scheinwerferlicht werden die Tiere geblendet und können panisch und orientierungslos reagieren. Wenn du eine Kollision nicht mehr vermeiden kannst, ist es besser mit einer Vollbremsung die Aufprallgeschwindigkeit zu verringern, als unkontrolliert auszuweichen. Baumunfälle oder Kollisionen mit dem Gegenverkehr enden meist tragischer als der Zusammenprall mit dem Wild. Melde den Unfall aber sofort der Polizei, damit diese den Unfall an die Forstbehörde weitergeben kann, die sich dann um das Tier kümmert.
 
 


Huckelpisten ohne Schutz

In strukturschwachen Regionen lässt sich oft eine Straßenverkehrsinfrastruktur beobachten, die zu wünschen übrig lässt: Nicht selten behindern ein schadhafter Straßenbelag mit Rissen oder gar Schlaglöchern, Splitt und Schotter deine Fahrt auf der Landstraße. Was vielen Autofahrern nicht bewusst ist: Rollsplitt wird verteilt, um einen schlechten Straßenzustand zu verbessern. Um die Verkehrsteilnehmer zu einer angepassten Fahrweise zu veranlassen, werden Warnschilder aufgestellt, die auf diese Instandhaltungsmaßnahme aufmerksam machen. 

Oder es fehlt ein dritter Fahrstreifen, der eine abschnittweise gesicherte Überholmöglichkeit bietet. Da riskante Überholmanöver auf Landstraßen oft besonders schwere Unfallfolgen nach sich ziehen, kann ein solch zusätzlicher Fahrstreifen eine echte Entlastung sein und Unfällen vorbeugen. Auch andere Maßnahmen können die Infrastruktur einer Landstraße verkehrssicherer machen. Abhängig von der Situation vor Ort können diese sehr unterschiedlich sein, wie das Aufstellen von Schutzplanken, die Einrichtung von Haltebuchten an der Fahrbahnseite, Kurvenbegradigungen oder auch verkehrsregelnde Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen und Geschwindigkeitsüberwachungen.

In allen Fällen gilt: Sei clever – riskier nichts!


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